Drecksmarder

Normalerweise versuchen wir eigentlich schon mit der Natur zu leben und ihre Gegebenheiten so hinzunehmen wie sie eben sind.  Aber es gibt ausnahmen. Der bei uns  hausende Marder gehört da seit einiger Zeit dazu. Nicht nur, dass er unsere Auto’s regelmäßig in die Werkstatt zwingt, die Garage verwüstet hat (das Tier wurde da mal aus versehen eingesperrt und hat danach verrückt gespielt – er hat wirklich die halben Holzfenster kaputt gebissen), das Dach des Gartenhäuschens bewohnt und vollpiselt (puuuh das stinkt) – nein dieses Jahr hat er es sich so richtig bei uns vertan.

Er hat die Falken angegriffen!

Da sich das Einflugloch in den Eulenkasten in ca. 8 m Höhe befindet, hielten wir es eigentlich für recht sicher. Ist es nicht.  Steffi hat das zuerst bemerkt, weil sie durch das Geschrei von Fritzie mitten in der Nacht geweckt wurde. Die Falken liegen ihr sehr am Herzen, und da sich dieses Jahr 7 Eier im Kasten befinden war sie um so mehr in Sorge. Also aufgestanden, Taschenlampe geholt und nachgesehen – und tatsächlich: der Marder hing in 8 m Höhe am wilden Wein und versuchte ins Nest zu gelangen.

Steffi gelang es mit viel rufen und rumfuchteln mit der Taschenlampe den Marder zu vertreiben. Ein paar Tage später das gleiche Spiel. Diesmal jedoch ließ sich der Marder so nicht mehr vertreiben. Steffi war verzweifelt und weckte mich. Hmm was tun? Ehrlich gesagt: hätte ich ein Luftgewehr oder ähnliches, ich hätte dem blöden Vieh eins auf dem Pelz gebrannt.  So blieb mir nichts übrig als in Unterhosen im Hof mit Steinen zu werfen. Der Lärm weckte die Schwiegereltern und im Nu stand die „Falken-Verteidigungs-Wehr“ um mit vereinten Kräften die Falken zu schützen. Kunner holte noch einen Wasserschlauch und los gings. Auch dieses mal ging es nochmal gut.

Dann wurde es ziemlich ruhig um die Falken. Am nächsten Tag waren wir zunächst noch beruhigt, weil Ernesto wieder fleißig Mäuse brachte – aber kurz danach haben wir die Falken nicht mehr fliegen sehen. Als dann am Wochenende der Marder einen Singvogel zur Strecke brachte (der Lärm holte uns um Mitternacht aus den Federn) haben wir es dann doch mal gewagt in den Kasten zu linsen.

Tja was wir sahen hat uns das Blut in den Adern gefrieren lassen: zumindest ein Falke (Ernesto) lag tot im Kasten – alle 7 Eier waren aufgebissen und ausgeschlürft. Der Mistkerl hat es doch geschafft unbemerkt in den Kasten einzudringen. Ernesto hat vermutlich versucht die Brut zu verteidigen – aber im Kasten ist er dem unglaublich wendigen Räuber einfach unterlegen. Er hatte keine Chance. Von Fritzie fehlt momentan jede Spur – ich hoffe wenigstens sie hat es überlebt.  :cry:

toter Falke

Wir sind schon sehr traurig wegen der Geschichte und hoffen sehr, dass im kommenden Jahr wieder Falken bei uns brüten werden. Keine Ahnung wie wir den Kasten besser vor Mardern schützen können – versuchen werden wirs jedoch. Wenn jemand einen Vorschlag hat, dann wäre ich dankbar. Den wilden Wein entfernen möchte ich nicht – der ist schon so alt und bietet etlichen Singvögeln Lebensraum. Er gehört irgendwie zur Scheune dazu. Es muss doch eine andere Möglichkeit geben!

6 Comments

  • 8. Juli 2010 - 13:45 | Permalink

    Ich hoffe wenigstens, dass die Falken nächstes Jahr wieder kommen und vielleicht erliegt der Marder ja dann eines unnatürlichen Todes! ^^

    Denke ich habe neulich einen erwischt, der jetzt hoffentlich elendig an einer Kühlmittelvergiftung aus dem von ihm angenagten Schlauch das zeitliche segnet!

    p.s.: Zitat Hartmut: Drecks Marder!

  • 9. Juli 2010 - 06:20 | Permalink

    Die Kerle sind einfach nur lästig! Aber genau an den Hartmut hab ich bei meiner Überschrift auch gedacht :yes:

  • 9. Juli 2010 - 11:06 | Permalink

    Habe schon verzweifelt im Netz nach der Aufnahme gesucht, denn Hartmut bringts einfach aufn Punkt!

    Haste dir jetzt schon was überlegt wie du den Nistkasten nächstes Jahr Mardersicher machst? Z.B. Scheune unter Stromsetzen, etc?

  • 12. Juli 2010 - 09:27 | Permalink

    Nein – dazu ist mir leider nichts intelligentes eingefallen :unsure:

  • TDB
    22. Januar 2011 - 05:21 | Permalink

    Hallo,

    sehr schade die Nestplünderung durch den Marder!
    Als effektiven Schutz kann man eine Kunststoff- oder Blechplatte mit etwa 60x60cm – Einflugmittig aussparen – aussen am Einlug anbringen. Auf der glatten Oberfläche rutscht der Marder ab und sollte das Flugloch nicht mehr erreichen. Ein paar entlang der Blechoberkant (Seite über dem Flugloch) schräg nach oben eingeschlagene Nägel (Nagelkopf nach dem Einschalgen abzwicken) im Abstand von etwa 5cm erhöhen den Schutz zusätzlich!
    Viel Erfolg und eine erfolgreiches Brutjahr wünscht der
    LBV Kempten-Oberallgäu
    :good:

  • 25. Januar 2011 - 14:44 | Permalink

    Hallo und willkommen im Blog. Sorry für die späte Antwort – aber unser kleiner Sohnemann hat mir im moment die Lust am Bloggen etwas geklaut – der kleine Räuber ;). Ja die Nestplünderung und vor allem der Tod des einen Altvogels haben uns schon ganz schön zu schaffen gemacht – um so wertvoller Dein Tipp. Vielen Dank dafür. Werde das gleich mal mit meinem Schwiegerpapa besprechen.

    Wir hoffen sehr, dass der Nistkasten heuer wieder bezogen wird. Gesäubert und mit frischen Spänen wartet er jedenfalls auf neue Besucher! Und mit Deinem Tipp sind die Vögel auf jeden Fall sicherer. Nochmals vielen Dank!

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